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Mariä Himmelfahrt (Fragment aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)

Objektbezeichnung:Relief
erweiterte Objektbezeichnung:Alabasterrelief
Sachgruppe:Altarteile
Altäre (Christentum)
Ort:England Nottingham?
Datierung:2. Hälfte 15. Jahrhundert
Maße:Gesamt: Höhe: 41,3 cm; Breite: 27,4 cm (26,8-27,4 cm )
Material:Alabaster
Technik:gemeisselt (teilweise farbig gefasst)
Sammlung:Skulpturensammlung
Zusammen ein Ganzes bildend mit:Gnadenstuhl (Fragment aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)
Zusammen ein Ganzes bildend mit:Anbetung der Heiligen Drei Könige (Fragment aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)
Zusammen ein Ganzes bildend mit:Marienkrönung (Fragment aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)
Zusammen ein Ganzes bildend mit:Mariä Verkündigung (Fragment aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)
Zusammen ein Ganzes bildend mit:Johannes der Evangelist (?) (Fragment aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)
Zusammen ein Ganzes bildend mit:4 Maßwerkbekrönungen (Fragmente aus dem Alabaster-Altar Groß Grönau)
Das aus Alabaster geschnitzte Relief zeigt die Aufnahme von Maria in den Himmel, die sog. Himmelfahrt Mariä, die seit dem 5. Jahrhundert als Kirchenfest gefeiert wird. Nach der christlichen Überlieferung wurde Maria, die Muter Jesu, leibhaftig in den Himmel aufgenommen. Sie ist hier in einem Strahlenkranz, der sog. Mandorla, zu sehen, hinter ihr Gottvater, der sie mit geöffneten Händen empfängt. An ihrer Seite kniet der "ungläubige" Apostel Thomas, der erst durch die Gürtelspende Mariens von der Realität der Himmelfahrt überzeugt wurde, wie in der "Legena Aurea" / "Goldenen Legende" des Jacobus von Voragine überliefert; sein Gürtel liegt über seinem rechten Vorderarm. Maria hat wie Gottvater die Hände betend zum Himmel hin geöffnet (eine seit der Antike belegte Gebetshaltung, wie noch heute vom zelebrierenden Priester ausgeübt). Sechs Engel tragen sie im Strahlenkranz empor.

Alabasterreliefs wie die ausgestellte Serie von insgesamt fünf Tafeln mit Darstellungen der Verkündigung an Maria (Inv.-Nr. 1910-237), der Anbetung der Hl. Drei Könige (Inv.-Nr. 1910-235), Mariä Himmelfahrt, der Marienkrönung (Inv.-Nr. 1910-236) und des Gnadenstuhls (Inv.-Nr. 1910-233) wurden im spätmittelalterlichen England in großem Umfang hergestellt. Die Blütezeit der Alabasterproduktion lag zwischen dem 14. und frühen 16. Jahrhundert, die größte Produktionsstätte war Nottingham. Die meist kleinen Relieftafeln wurden nach ganz Europa exportiert und in der Regel als mehrteilige Folge in einem Altar präsentiert, dessen Schrein dann vor Ort hergestellt werden konnte.
Die ausgestellte Folge stammt aus der Kirche von Groß Grönau und umfasste neben den genannten fünf Szenen noch eine Figur Johannes des Täufers (bislang verschollen) und eine Darstellung Johannes‘ des Evangelisten (nur als Fragment erhalten und nicht ausgestellt.
Ursprünglich waren die Reliefs reich bemalt und teilweise vergoldet: hier sind Reste einer ursprünglichen Vergoldung noch im Strahlenkranz von Maria oder ihren Haar zu sehen. Auch das Haar von Gottvater war vergoldet. Die Flügel der Engel waren purpurrot oder grün bemalt. Während der Großteil der Tafeln in England der Reformation zum Opfer fiel, blieb diese Folge aus Groß Grönau erhalten und wurde 1910 für das Thaulow-Museum erworben. Das später erworbene Relief mit der Auferstehung Christi (Inv.-Nr. 1952-13) gehört nicht zu dieser Serie.

Literatur:
  • Schloss Gottorf und seine Sammlungen. Mittelalter. Neue Bilderhefte (Kunst in Schleswig Holstein, Sonderband), Schleswig 1994. (Seite: 148f.)
  • Die Bau- und Kunstdenkmäler im Kreise Herzogtum Lauenburg. (1), Ratzeburg 1890. (Seite: 64ff.)

Inventarnummer: 1910-234
alte Inventarnummer: 1910,234, 1910/234

Fotograf: C. Dannenberg

Abbildungsrechte: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf


Ikonographie:     Mariä Himmelfahrt