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Mit Roswitha ins Märchenland

Objektbezeichnung:Album
erweiterte Objektbezeichnung:Sammelbildalbum
Hersteller:Peter Kölln-Haferflocken
Hersteller:Berchtenbreiter Kunst- & Webebildverlag
Ort:Rosenheim
Elmshorn
Datierung:1930er Jahre
Maße:B: 30 cm, L: 20,8 cm
Material:Papier
Karton
Technik:Fadenheftung
Sammelbildalbum des schleswig-holsteinischen Haferflockenherstellers Peter Kölln-Mühle, Elmshorn aus der Serie "Mit Roswitha ins Märchenland". Das Album beinhaltet alle Sammelbilder. Das Heft umfasst 24 Seiten aus dickem, stark holzhaltigem Papier in Fadenheftung und wird von einem Einband aus farbig bedrucktem Karton eingefasst. Die Illustrationen (und vermutlich auch die Texte) stammen von der Künstlerin Roswitha Bitterlich, die 1933 als "Wunderkind" entdeckt wurde. Die damals 13jährige Österreicherin (geb. 24. 04. 1920 in Bregenz) hatte für ihren Bruder als Weihnachtsgeschenk ein Büchlein mit Aquararellen angefertigt, in dem findige Verleger ihr graphisches und dichterisches Talent erkannten. Das Buch erschien in einem Berliner Verlag. Es folgte die Arbeit an mehreren Sammelbildserien und -alben für die Peter Kölln-Haferflockenwerke sowie Ausstellungen in Kopenhagen (1937), London (1938) oder auch New York (1951) sowie Ausstellungen im deutschsprachigen Raum.
Insbesondere in den 1930er Jahren ist die junge Künstlerin sehr produktiv und publiziert etwa im Jahrestakt selbstverfasste und -illustrierte Märchenbücher im Rosenheimer Berchtenbreiter Verlag. Ihre in den 1930er Jahren in der Öffentlichkeit gefeierten Gemälde haben meist mystische und biblische Themen zum Inhalt, muten sentimental-symbolistisch an und wurden von Zeitgenossen in eine Traditionslinie mit Bosch, Brueghel und Dürer gesetzt. Kritiker rücken ihre Werke aufgrund ihres romantisierenden, mystischen Gehalts in die Nähe zum Blut-und-Boden-Mythos, der in den Erfolgsjahren der Künstlerin vom Nationalsozialismus propagiert wurde.
Die Peter Kölln-Werke im schleswig-holsteinischen Elmshorn wurden 1820 gegründet, doch reicht die Familientradition bis ins Jahr 1795 zurück. Die Produktion von Haferflocken gehört seit den 1930er Jahren zu den bekanntesten Sparten des Lebensmittelkonzerns, beispielsweise die "Blütenzarten Köllnflocken" (eingetragenes Warenzeichen 1937). Die sog. Haferflockenbilder (= Sammelbilder) waren Haferflockenpackungen als Werbemittel für die kindliche Zielgruppe beigelegt. Das Unternehmen unterhielt hierfür eine Tauschzentrale und einen Vertrieb für Sammelalben, darunter auch die ab ca. 1935 bis in die 1950er Jahre herausgegebenen Serien von Roswitha Bitterlich.

Literatur:
  • http://www.univie.ac.at/biografiA/daten/text/bio/bitter_r.htm. (Website der Universität Wien)
  • http://www.koelln.com. (Website der Firma Peter Kölln KGaA)

Inventarnummer: 2008VK640

Abbildungsrechte: Freilichtmuseum Molfsee - Landesmuseum für Volkskunde