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Christus und die Samariterin am Brunnen

Objektbezeichnung:Druckgrafik
Sachgruppe:Druckgrafik
Künstler:
Cranach d.Ä., Lucas
Datierung:um 1508/1509
Maße:H: 22,8 cm, B: 15,5 cm
Material:Papier
Technik:Holzschnitt
Stil:Renaissance
Ein hochgemauerter Brunnenaufbau trennt Christus und die Samariterin. Der direkte Blick der Redenden fällt unmittelbar durch die Öffnung zwischen den beiden Brunnenpfeilern, eine Sicht, die dem Betrachter verwehrt ist. Auf einer Anhöhe hinter Christus warten vor einem Wäldchen seine Jünger. Die karge Landschaft hinter der Frau führt zur Stadt Sichar auf zerklüfteten Felsen, aus der sie stammt. Mit einer zum Redegestus erhobenen Hand wendet Christus sich unmittelbar an die Frau. Sie hat Wasser geschöpft, hält aber in ihrer Arbeit inne und setzt den Eimer ab, anstatt den Krug am Boden zu füllen, und lauscht gebannt seinen Worten. Christus hat sie gebeten, ihm von dem Wasser, das sie gerade schöpft, zu trinken zu geben. Die Frau ist verwundert, dass ein Israelit sie anspricht, denn zwischen beiden Völkern herrscht kein gutes Verhältnis. Er verspricht ihr statt des einfachen Brunnenwassers das Wasser des Lebens, das jeglichen Durst stillt. Sie spricht daraufhin vom Messias, und Christus entgegnet: ?Ich bins, der mir dir redet? (Johannes 4,26).
Die Personen entsprechen einander in ihrer Haltung, Größe und der Intensität ihrer Beziehung. Christus hebt die Grenzen zwischen Israeliten und Samaritern auf. Die Frau hält den Eimer mit dem Wasser in der Hand; der leere Krug zwischen ihnen erhält eine Bedeutung, die über seine normale Funktion hinausgeht. Er kann mit lebendigem Wasser gefüllt werden, so wie Menschen von dem Wort erfüllt und in der Taufe zu Christen werden können. Die Frau kann als Vermittlerin wirken, wenn sie Wasser und Wort weiterträgt.
Das über dem Krug angebrachte Monogramm LVC ist in Cranachs Werk singulär. Er war seit 1505 in den Diensten des Herzogs Friedrich des Weisen von Sachsen und pflegte seitdem in seinen Holzschnitten die kursächsischen Wappen anzubringen.
(nach Nina-Jeanette Jakubczyk / Renate Voß, in: Ausst.-Kat. Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kunsthalle zu Kiel 2004, S. 202)

Literatur:
  • Kuder, Ulrich / Bärbel Manitz / Walter Sparn: Des Menschen Gemüt ist wandelbar. Druckgrafik der Dürer-Zeit, Kiel, 2004

Inventarnummer: A.B. 192

Signatur: unbezeichnet (oben: kursächsisches Wappen)

Signatur: bezeichnet (unten: LVC)


Ikonographie:     
Von seiner Taufe bis zur Passion